Serviettentechnik

Serviettentechnik – mein neues Hobby
 

Aus Papierservietten schöne Oberflächendekore zaubern? Was kompliziert und nach viel Arbeit klingt, ist gar nicht so schwer. Auch wer kein Profi in solchen Dingen ist, kann wunderschöne Dinge mit verblüffender Wirkung basteln. Wer ein paar Grundsätze beachtet, dem gelingen wirklich kleine Kunstwerke. Auch macht es Spaß, mit der Serviettentechnik schnell Oberflächen von Wohnaccessoires oder anderer Gegenstände zu verschönern. Die Methode, auf diese Art und Weise ansprechende Looks und neue Dekore zu kleben, ist für alle Do-it-yourself-Bastler leicht zu erlernen. Das Beste: Ungenutzte, alte Dinge, die vielleicht auf dem Dachboden in Schränken oder Ablagen ihr Dasein fristen, kommen wieder neu und in frischem Design zur Geltung.

Frischkur für Gebrauchtes


Die meisten Menschen kennen das: Alte Schachteln, Dosen, Blumentöpfe, Tabletts, Geschirr oder stumpf gewordene Gläser – vieles sammelt sich im Laufe der Zeit an und verschwindet in Schränken, Ablagen und Kommoden. Doch bevor man es wegwirft, ließe es sich vielleicht doch noch einmal verwenden! Selbst Kleinmöbel sind mit wenig Aufwand wieder in optische Highlights zu verwandeln. Für das Basteln mit Serviettentechnik lassen sich auch Figuren aus Pappmaché käuflich erwerben, aus denen wunderbare Tiergestalten oder Fabelwesen entstehen, die im Kinderzimmer oder als Dekorationsobjekte wahre Blickfänger werden, sobald sie erst einmal Leben und Farbe angenommen haben. Auch eine gute Idee, zum Beispiel als Mitbringsel, Gastgeschenk oder einfach für den Bastler oder die Bastlerin selbst: Vogelhäuschen, Holzlettern, Stiftboxen und weitere Utensilien für den Schreibtisch oder für die Tischdeko.

Tausendundein Motiv – und ein paar Arbeitsutensilien

Die einfache Technik besteht darin, die Motive von Servietten, die es im Handel zu kaufen gibt, auf eine Oberfläche zu übertragen. Dazu benötigt man nur wenige Hilfsmittel, die sich zudem leicht beschaffen lassen, ein wenig Geschick und natürlich auch ein bisschen Geduld. Hier eine Aufstellung der Dinge, die man benötigt und bereitlegen sollte:
 
  • Papierservietten mit den Motiven und Dekoren, die man verwenden möchte
  • Schere
  • Stifte
  • Kleber
  • Lack
  • Weicher Pinsel oder Schwamm
 

Eine Frage der Vorbereitung


Bevor man beginnt, die Serviette auf die Oberfläche aufzutragen, muss der Grund gut vorbereitet werden. Auf jeden Fall sollte er glatt und sauber sein. Falls der Untergrund durch eine kräftige Farbe bestimmt wird, sollte man überlegen, ihn mit einer hellen und deckenden Acrylfarbschicht zu streichen, damit das Serviettenmotiv gut zur Geltung kommt. So ergibt sich eine schöne gleichmäßige Grundierung. Zur Abwechslung lässt sich auch die Oberfläche in mehreren Farben bemalen oder auch nur die Stelle, auf die das Serviettenmotiv aufgetragen wird. Wie alles andere ist dies eine Frage der Gestaltung und eigenen Kreativität, welche Ideen man gern umsetzen möchte oder was zur eigenen Einrichtung im Haus oder in der Wohnung zu den restlichen Gegenständen passt. Glasvasen, Porzellanschalen oder andere Gefäße, die in die Jahre gekommen sind oder ein veraltetes Dekor haben, kann man beispielsweise für eine neue Tischdeko mit Serviettentechnik bekleben. Auch sie sollten vorher mit Acrylfarbe bestrichen werden.
 


Nun wird's ernst

Motiv oder Dekor – ganz gleich, was man sich aussucht, um es auf die Oberfläche zu kleben: Es ist dabei vielleicht von Vorteil, die Umrisse des Untergrunds oder seine Form auf der Rückseite der Serviette aufzuzeichnen, wenn man zum Beispiel eine runde Dose bekleben will. Dann schneidet man das Motiv vorsichtig aus. Oder man nimmt gleich eine ganze Motivserviette. Die unteren Lagen der Serviette, meist sind es zwei- oder drei, zieht man ganz vorsichtig ab. Die oberste Schicht kann sehr transparent und dünn sein. Deswegen muss man unter Umständen behutsam und langsam ziehen, damit die Serviette nicht reißt. Verwendet wird nämlich nur die obere Lage. Den Untergrund der zu beklebenden Oberfläche streicht man mit dem Kleber ein. Dann legt man die Serviette, die jetzt sehr dünn ist, oder auch nur das einzelne Motiv vorsichtig auf. Mit dem weichen Pinsel streicht man ohne zu viel Druck über die Serviette oder das Motiv. Denn der Kleber muss ganz dünn auch auf der Oberseite der Serviette verstrichen werden, damit das neue Dekor auch von oben verschlossen ist. Auch hier ist Vorsicht geboten, damit die Serviette nicht reißt oder sich auflöst. Es ist deswegen sehr wichtig, einen wirklich weichen Pinsel zu verwenden. Harte Borsten würden die dünne Serviette womöglich zerreißen.

 

Kleben

Auf die mit Farbe präparierte oder auch nur sauber vorbereitete Oberfläche legt man die Serviette auf und legt sie faltenfrei an. Bei Motivservietten, die einen Dekor im Rapport haben, kann man einfach ein Motiv nach dem anderen herausreißen und sich so Stück für Stück vorarbeiten. An den Rändern der ausgerissenen Stücke trägt man dünn Kleber auf, damit die Ränder schön auf dem Untergrund aufliegen. Das Gefäß oder der Gegenstand wird dann vorsichtig mit dem Kleber bestrichen, sobald die Oberfläche ganz aufgetragen ist. Als Kleber empfiehlt sich ein Decoupage-Potch, der Kleber und glänzender Lack in einem ist. Auf Wasserbasis, schnelltrocknend und transparent, ist er für die Technik der Servietten-Decoupage besonders gut geeignet. Natürlich kann man auch jeden anderen Leim verwenden. Der Decoupage-Kleber hat allerdings den Vorteil, dass er nicht zu dickflüssig und zu träge beim Verstreichen ist. Die Serviette reißt dann nicht so leicht.

 

Das Untergrundmaterial
Es ist vieles möglich, woran man auf den ersten Blick nicht denkt. Textilien zum Beispiel sind ebenfalls mit dieser Technik zu verschönern. Bei Glasvasen gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, sie lassen sich beispielsweise auch von innen bekleben. Von der Außenseite gibt dies einen schönen Lüstereffekt, hängt allerdings auch sehr von der verwendeten Serviette ab. Glasgefäße werden dann noch einmal in den Ofen gestellt, um die aufgetragene Serviette einzubrennen. Auch Styropor, Kunststoff, Karton, Kerzen und Stein sind gute Untergrundmaterialien für ein schönes Objekt, das mit dieser Technik erst richtig zur Geltung kommt.